Michael PikalowEs ist wieder so weit: Wie jeden Dienstag könnt ihr auch heute wieder einen unserer Kaderspieler kennenlernen – und wie immer gibt es den Beitrag hier auf der Homepage sowie auf Instagram und Facebook. Wir bleiben bei der U14 und machen dort mit dem amtierenden Landesmeister weiter:

Michael Pikalow ist mit einer DWZ von 1949 (Elo: 1932) der stärkste Jugendliche Sachsen-Anhalts in seiner Altersklasse und spätestens seit dem Mansfelder Schachsommer einer der Spieler, mit denen immer und überall zu rechnen ist. Wie er dort vor zwei Wochen seinen ersten FM besiegen konnte und weshalb ihm ein ehemaliger amerikanischer Agent dabei half, könnt ihr hier erfahren:

Michael lernte Schach mit fünf Jahren von seinem Vater und besuchte bald darauf eine Arbeitsgemeinschaft an seiner Grundschule. Allerdings war er für diese schnell zu spielstark, weshalb er schon während seiner Grundschulzeit zur entsprechenden AG des Ökumenischen Domgymnasiums Magdeburg wechselte. Parallel trat er im Alter von sechs Jahren dem USC Magdeburg bei, wo er bis heute in der Verbandsliga an Brett 3 und in der Landesliga U14 an Brett 1 aktiv ist.

Im Jahr 2014 wurde er erstmalig in den Landeskader berufen, wo er seitdem mit unserer Landestrainerin WGM Tatjana Melamed trainiert. Um sein Potential noch besser ausschöpfen zu können, begann er vor drei Jahren zusätzlich sein Training mit dem lettischen FM Sergejs Klimakovs. All diese Arbeit beginnt mehr und mehr Früchte zu tragen, denn im Februar wurde Michael souveräner Landesmeister in der U14. Und auch mit der Mannschaft konnte er viele Erfolge erzielen: So wurde er beispielsweise in diesem Jahr Vize-Landesmeister in der U14 und errang vor drei Jahren die Bronze-Medaille bei den Norddeutschen Vereinsmeisterschaften.

Bei seinem letzten Turnier in Mansfeld startete Michael dann richtig durch und spielte bisher bestes Turnier. Mit überragenden 5/7 Punkten landete er auf einem starken 7. Platz und besiegte mit Josip Gazin sogar seinen ersten FIDE-Meister (FM). Nach interessanter Eröffnung erhielt Michael (Weiß) folgende Stellung:

stellung michael optimized

Hier setzte er mit dem selbstbewussten 10. Lh5+?! fort und opferte nach 10. … g6 11. Sxg6 hxg6 12. Lxg6+ eine Figur für starken Angriff. Und obwohl die Kombination bei genauem schwarzem Spiel nicht ganz korrekt ist, gab Michaels Gegner bereits im 19. Zug auf. Und die Lehre aus der Partie? Korrektes Schach ist zwar wichtig, aber die praktische Entscheidungsfindung am Brett ebenfalls. Und manchmal hat der nominell stärkere Gegner mit Letzterem mehr Probleme, als man sich vorstellen kann …

Dass Michael gut darin ist den Gegner auszuspielen (und nicht immer nur die Stellung), hat er auch einem anderen Hobby zu verdanken. Durch sein Lieblingsbuch „Menschen lesen“, geschrieben vom ehemaligen FBI-Agenten Joe Navarro, lernte er die nonverbale Kommunikation des Gegners als Faktor am Brett zu schätzen und machte einige Fortschritte darin, diese aktiv zu entschlüsseln. Also aufgepasst: Mit einem Bluff gerät man hier an den Falschen!

Neben dem Schach spielt Michael außerdem Handball im Verein und fährt gerne Fahrrad. In seinem Berufsleben möchte Michael als Lehrer arbeiten – hoffentlich inklusive der Leitung einer eigenen Schach-AG! Schachlich geht es ihm vor allem darum, seine Leistung und damit seine Wertzahl weiter zu steigern. Aber am liebsten möchte er an den aktuellen Erfolg anknüpfen und so schnell wie möglich weitere Turniere spielen. Dazu hat er auch bald wieder jede Menge Chancen: Am 08. August beginnt das Prager Sommer Open und auch die Deutsche Ländermeisterschaft (29.09. – 04.10.) sowie die Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft (19.10. – 24.10) sind nicht mehr in allzu viel weiter Ferne.

Wir wünschen Michael alles Gute für die Zukunft und hoffen auf ein gutes Abschneiden bei den nächsten Turnieren!

Niklas Geue
Referent für Öffentlichkeitsarbeit

Kinderschach

 

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