KistinDietzSaskiaPohle

AnastasiaVoigtSebastianHaubold

Am Sonntag ging eine äußerst erfolgreiche und mitreißende Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft in Willingen zu Ende, bei der unser Landesverband mit einem historisch einmaligen Ergebnis belohnt wurde. Zweimal Silber und zweimal Bronze - so viele Medaillen gab es für Sachsen-Anhalt noch nie. Wir gratulieren Kristin Dietz (U16w, USV Halle) und Saskia Pohle (U14w, Schachzwerge Magdeburg) zum 2. Platz sowie Anastasia Voigt (U14w, USV Halle) und Sebastian Haubold (U12, SG Einheit Staßfurt) zum 3. Platz!

Doch trotz dieses starken Ergebnisses werden nicht alle der Preisträger vollständig zufrieden sein, denn bis zur Schlussrunde waren in allen drei Altersklassen die Titel möglich bzw. teilweise sogar schon auf dem Brett. Aber der Reihe nach:

Beginnen wir in der U16w, in der Kristin Dietz mit drei Siegen und zwei Remis in das Turnier startete, bevor sie in der sechsten Runde gegen die spätere Deutsche Meisterin Rebecca Doll (OSG Baden-Baden) verlor. Kristin kämpfte sich jedoch mit zwei Siegen zurück an die Tabellenspitze und ging mit einem hauchdünnen Vorsprung von 1,5 Buchholzpunkten in das letzte Fernduell gegen Rebecca. Doch während ihre Kontrahentin die letzte Runde souverän gewann, kam Kristin mit Schwarz schnell unter die Räder und musste bald aufgeben. Trotz Schlussrundenniederlage reichte es bei Kristin nach einem starken Turnier mit 6/9 Punkten für die Silbermedaille. Die amtierende Vizemeisterin Elina Heutling (Schachzwerge Magdeburg) spielte ebenfalls das ganze Turnier über an den vorderen Brettern und erreichte nach einem Sieg in der letzten Runde mit 5,5/9 Punkten noch den 4. Platz. Die dritte Teilnehmerin Charlotte Derling (SV Roter Turm Halle) bestätigte mit 3,5/9 Punkten ebenfalls ihren Setzlistenplatz.

In der U14w spielten die amtierende Meisterin Saskia Pohle und Anastasia Voigt starke Turniere und lagen vor der letzten Runde mit 6,5/8 bzw. 5,5/8 auf Rang 2 und 3, wohingegen die Führende und spätere Deutsche Meisterin Charlotte Hubert (SC Sternschanze) bereits 7 Punkte auf ihrem Konto hatte. Saskia musste also gewinnen um noch in den Titelkampf eingreifen zu können, während Anastasia ebenfalls noch einen ganzen Punkt brauchte, um sicher mit einer Medaille nach Hause zu fahren. Unglücklicherweise war nicht beides möglich, da beide in der letzten Runde gegeneinander gepaart wurden. In einer spannenden Partie übersah Saskia im 35. Zug in komplizierter Stellung eine taktische Kombination und musste ihre Hoffnungen auf die Titelverteidigung begraben, wohingegen Anastasia durch ihren bittersüßen Schlussrundensieg ihren dritten Platz verteidigte und sogar noch bis auf einen Buchholzpunkt an Saskia heran kam. Ärgerlicherweise wurde die Partie an Brett 1 bereits vorher Remis gegeben, so dass Saskia mit einem Sieg gegen Anastasia das Turnier noch gewonnen hätte. Die dritte Teilnehmerin Annabelle Fielder (SV Roter Turm Halle) hatte es im stark besetzten Teilnehmerfeld hingegen schwer und beendete das Turnier mit einem Punkt.

Ein weiteres Drama spielte sich in der U12 ab, wo die Brüder Sebastian und Christian Haubold (SG Einheit Staßfurt) das ganze Turnier über vorne mitspielten. Nach Christians überraschendem Sieg gegen Sebastian in Runde 4 kämpfte sich dieser jedoch zurück und ging mit 6/8 Punkten von Tabellenplatz 3 in die letzte Runde gegen den Führenden Hussain Besou (LSV Turm Lippstadt). Durch eine sehenswerte Taktik erarbeitete sich Sebastian schnell eine Gewinnstellung, in der er allerdings falsch abwickelte und am Ende mit einem Remis noch gut bedient war. Da gleichzeitig der spätere Vizemeister Tom Dordevic (Düsseldorfer Schachverein) sein gewonnenes Endspiel am zweiten Brett aus unklaren Gründen Remis gab, gewann Sebastians Gegner Hussain den Pokal, während Sebastian selbst das Turnier mit 6,5/9 Punkten auf dem Bronzerang beendete. Im Nachhinein war klar, dass die Verwertung seiner Gewinnstellung für Sebastian den Titel bedeutet hätte, was sicherlich als bitterer Beigeschmack eines ansonsten starken Turnieres in Erinnerung bleiben wird. Seinem Bruder Christian gelang mit 5/6 Punkten ein noch besserer Start, bevor er in der 7. Runde seine erste Partie verlor. Nach einem Remis in Runde 8 hätte er sich in der letzten Partie durch einen Sieg noch bis auf Rang 4 vorschieben können. Daraus wurde allerdings nichts und Christian landete nach einer Schlussrundenniederlange etwas unverdient auf Rang 12. Die anderen beiden Teilnehmer Jakob Nönnig (Schachzwerge Magdeburg) und Magnus Kuhlmann (VfL Gräfenhainichen) beendeten das Turnier im Mittelfeld mit 4,5/9 Punkten, womit beide zufrieden sein können.

Die letzte nominelle Medaillenchance gab es in der U10, wo Gustav Polzin (USV Halle) mit 5,5/7 Punkten startete und gute Chancen auf eine vordere Platzierung hatte. In den nächsten drei Runden verlor er allerdings noch zwei weitere Male, hätte aber mit einem Sieg in der letzten Runde noch Fünfter werden können. Dies gelang ihm aber leider nicht und er beendete das Turnier mit 7/11 Punkten auf einem soliden 8. Platz.

In der U18w hatte Yara Stowicek (USV Halle) ein durchwachsenes Turnier, das sie mit 4,5/9 Punkten auf Rang 10 beendete. Ähnlich erging es Hugo Post (Reideburger SV) in der U18 und Niclas Rohde (1. SC Anhalt) in der U16, die mit 4/9 Punkten jeweils im Mittelfeld landeten. Unsere zwei Teilnehmer in der U14, Valentin Udelnov und Arne Herter (beide Schachzwerge Magdeburg), können mit ihrem Ergebnis ebenfalls zufrieden sein. Valentin verbesserte seinen Setzlistenplatz deutlich und beendete das Turnier mit 5/9 Punkten, während Arne mit 3,5/9 die Erwartungen ebenfalls bestätigte. Die jüngeren Mädchen Svenja Hoffmann (5/9, Schachzwerge Magdeburg) und Sariana Hesse (2/9, SV Roter Turm Halle) in der U12w sowie Laura Rössling (5/11) und Luise Funke (4/11, beide Schachzwerge Magdeburg) in der U10w hatten zwar mit den Kämpfen um die vorderen Plätze nicht viel zu tun, spielten allerdings auch im Rahmen ihrer Erwartungen.

Was abschließend von dieser Meisterschaft einmal mehr im Gedächtnis bleibt, ist, dass unser kleiner Landesverband sich auf der nationalen Bühne keineswegs zu verstecken braucht. Nach dem offiziellen Medaillenspiegel der DSJ belegten wir in diesem Jahr Rang 4 hinter Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen, wobei wir relativ zur Bevölkerung der eindeutige Sieger dieser Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften sind. Insbesondere im Mädchenschach knüpft der LSV somit an seine starke Vergangenheit weiter an und bleibt in diesem Bereich einer der führenden Verbände der Republik. Dieses Ergebnis ist der Erfolg von Spielern, Trainern, Funktionären und Eltern im ganzen Land, allen voran der Landestrainerin WGM Tatjana Melamed und den weiteren Betreuern vor Ort: FM Jonas Roseneck, Gedeon Hartge und Fridolin Mertens. Wir gratulieren allen Beteiligten zu diesem großen Erfolg!

Als Wehmutstropfen bleiben allerdings die drei verpassten Goldmedaillen, die bereits zum Greifen nahe schienen und durch eine suboptimale Schlussrunde und ungünstigte landesinterne Ergebnisse nicht erreicht werden konnten. Aber gerade letzteres ist eigentlich ein für uns eher neues Problem und zeigt, dass wir in derselben Altersklasse mittlerweile mehrere Spieler haben, die um den Titel mitspielen können. Wir sind mit unserem Team in jedem Fall bestens für die kommenden Jahre aufgestellt und es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis aus Bronze und Silber bald wieder Gold wird.

Alle Ergebnisse der Spieler unseres Bundeslandes könnt ihr hier abrufen. Bilder, freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Burkhardt Voigt, gibt es hier.

Niklas Geue
Referent für Öffentlichkeitsarbeit

Kinderschach

 

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