Corona stoppt Spielbetrieb erneut

WhatsApp Image 2021 03 08 at 19.58.44Die Vorfreude auf die Wettkämpfe war bei allen Kindern und Jugendlichen am Samstag groß. Rund 150 junge Schachspieler, darunter auch einige Mädchen, trafen sich in vier Turnieren mit ihren 30 Schulteams auf Lichess und spielten die sechs diesjährigen Landesmeister im Schulschach und die Qualifikationsplätze für den Deutschen Schul-Team-Cup aus.

Den Anfang machten die Grundschüler und parallel auch die Mädchen. Um 9:30 Uhr starteten die Partien und schon nach wenigen Sekunden waren bei den kleinen Schachsternchen die ersten Partien gewonnen. Schäfermatt. Es reihten sich viele weitere an. Hinzu kamen schöne und lustige Stellungen sowie Matt- und Pattbilder. Beispielsweise schaffte es ein Spieler aus der Altmark, ein Patt mit vier Damen und zwei Türmen auf dem Brett zu basteln. Naja, kommt vor. Zwei Schulen spielten sogar ihre ersten offiziellen Wettkämpfe mit: die GS Jübar und die Freie GS Bindfelde.

Die Idee von der Schachmeisterschaft im Internet reichte also sogar bis aufs Dorf und in die äußersten Winkel des Bundeslandes. Vielleicht ein Ansatzpunkt für die Zukunft - gerade in einem Flächenland, wo weite Fahrten für Schulen nur schwer zu organisieren sind.

Schon während des vormittäglichen Turniers, das technisch reibungslos verlief und lange spannend blieb, erreichten uns die ersten Bilder von fröhlichen und verbissen kämpfenden Kindern vor ihren Geräten vor teils sehr hochwertigen Partien. Das siegreiche Team aus der GS „Am Hopfengarten“, welches sich gut eine halbe Stunde vor Schluss entscheidend absetzen konnte, ließ es sich dann später auch nicht nehmen noch in den Livestream zu kommen und dort als Expertenschar die Gymnasien zu kommentieren. Doch dazu später mehr …

Im Gegensatz zum parallel laufenden Mädchenkampf in der WK M (Georg-Cantor-Gymnasium Halle gegen Werner-von-Siemens-Gymnasium Magdeburg), der mit 38:4 für Halle endete, konnten in der WK G noch 10 Minuten vor Ende ganze acht Teams noch auf die Medaillen schielen. Erst dann setzten sich hinter den führenden Hopfengärtlern die Grundschulen St. Mechthild aus Magdeburg und die GS Am Tanger aus Tangerhütte langsam etwas ab und sicherten sich schlussendlich Silber und Bronze.

Erwähnenswert ist hierbei, dass die Tangerhütter Kinder im Schnitt gut ein Jahr jünger sind, als die Magdeburger. Sie waren es schließlich auch, die sich mit der zweithöchsten Siegquote (auch hier war die GS Hopfengarten Spitze) den zweiten Qualifikationsplatz für den Deutschen Schul-Team-Cup sichern konnten. Und auch das Treppchen in der Einzelwertung wurde von den jüngeren Kindern dominiert. Zweitklässlerin Lotte, die fast die Hälfte der Punkte ihrer siegreichen Schule holte, landete auf Platz 1. Erstklässler Mats aus Tangerhütte auf Platz 3. Und lediglich Viertklässlerin Theres aus Bindfelde konnte sich dazwischenquetschen. Steht damit dem Grundschulschach in Sachsen- Anhalt ein Generationswechsel bevor? Wer weiß.

Im folgenden Einzelturnier der Grundschüler, welches aufgrund der nicht besetzten Wertungsklasse der Haupt- und Sekundarschulen noch zusätzlich zu den normalen Wettkämpfen ausgetragen wurde, waren es schließlich nämlich wieder Lotte und Theres, die sich vor Drittklässlerin Laura (Domgrundschule Magdeburg) die Mädchenmedaillen sichern konnten. Lottes Bruder Jakob erspielte seiner Familie als Turnierfavorit schließlich die vierte Goldmedaille an einem Tag (auf Seite der Jungen). Silber ging an den Hettstedter Paul (GS Martin Luther) und Bronze an Jakobs Trainingskollegen Anton (GS Leipziger Straße).

Am späten Nachmittag wurde dann das schachliche Niveau nochmal deutlich gesteigert. Die Gymnasialteams sorgten für Spannung und fast alle Mannschaften schafften es mehr gewertete Spiele zu gewinnen als zu verlieren. Noch ein Vorteil der Streichwertungen (nur die besten vier wurden gewertet), die es außerhalb des Internets beim Schach normalerweise nicht gibt. Die Mattbilder und Partien erreichten höchstes Niveau und im Livestream wurden die dazugestoßenen Hopfengarten-Kinder von ihrem Trainer und den Kommentatoren interviewt, während sie fachkundig die Partien der großen Jungs und Mädchen kommentierten, die sie aus Verein und Turnier teilweise schon kannten. In den unumkämpften WK II und IV holten sich das Georg-Cantor-Gymnasium Halle und das Werner-von Siemens-Gymnasium Magdeburg die Landesmeisterkrone. Die WK III blieb lange hart umkämpft, doch gegen Ende setzte sich hier das Humboldt-Gymnasium Hettstedt durch die grandiosen Leistungen der Spitzenbretter Hieu und Erik ab, die es schafften aus 16 Partien 15 Brettpunkte zu holen und ihr Team zum Titel zu führen.

In der neuen WK I der Schüler bis Klasse 12 war von vornherein ein Duell zwischen dem Siemens- und dem Cantor-Gymnasium zu erwarten. Die Hallenser gingen leicht favorisiert in den Wettbewerb und in Hinblick auf die ersten drei Bretter war der Unterschied hier am Ende auch marginal. Ausschlaggebend war, dass die Hallenser es schafften, an allen Brettern mehr als 50 Prozent der Punkte zu holen, während dies den Magdeburgern nicht gelang. So ging der Sieg in der Kronklasse schließlich in den Süden des Landes.

Gavin Güldenpfennig
Turnierleiter Landesschulschachfinale

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